[Annotatie]: Kann eine hässliche aber vernunftbegabte Küchenschabe ein Leben in der Welt der Menschen führen? Kafka sagt nein, doch Marc Estrin gibt Gregor Samsa eine zweite Chance. Und Gregor macht sich auf die Suche nach dem, was den Menschen und seine Kultur ausmacht. In Wien, wo er zunächst in einer Kuriositätenschau auftritt, hält er während des Ersten Weltkriegs Vorträgeüber Rilke, Einstein und Spengler. Dann verschlägt es ihn nach New York, wo er als Risikoforscher bei einer Versicherungsgesellschaft arbeitet und in die Politik gerät. Sie führt ihn bis nach Washington ins Küchenkabinett von Präsident Roosevelt und von dort in die Atombombenschmiede von Los Alamos. Immer wieder sind es historisch bekannte Personen, die seinen Weg bestimmen. Er begegnet Ludwig Wittgenstein und Robert Musil, verliebt sich in die große amerikanische Feministin Alice Paul, findet das Wohlwollen des Komponisten Charles Ives und das Gehör eines künftigen Präsidenten. Er diskutiert mit Robert Oppenheimer und Edward Tellerüber Beethoven, das Risiko des nuklearen Untergangs und altindische Weisheitslehren.Wer glaubt, dies sei eine Geschichte, bei der es nichts zu lachen gibt, unterschätzt den Autor. Estrin hat die strenge Parabel Kafkas zu einem figurenreichen Sittengemälde erweitert, zu einem Schelmenroman ohne Schelm, zum tragikomischen Kaleidoskop eines unheilvollen Jahrhunderts, prall gefüllt mit bizarren Geschichten.