[Annotatie]: Gibt es eine jüdische Literatur? Gibt es eine jüdische Literatur? Oder ist es nicht vielmehr die Vielstimmigkeit des Chors der Diaspora mit seinen Verschränkungen und Berührungen, die allein einen angemessenen Blick auf die Traditionen jüdischer Literatur ermöglicht? Mit dem vorliegenden Essay reflektiert Dan Miron das Thema des spezifischen, nicht aber zwangsläufig einheitlichen Charakters des Gesamtkomplexes jüdischer Literaturen. Statt das vielstimmige und heterogene Phänomen zu einer vermeintlich kohärenten Nationalliteratur zusammenzuführen, plädiert er dafür, von einer Pluralität der jüdischen Textkultur her zu denken. Statt von einer Tradition und einem Kanon auszugehen, legt Miron nahe, von Verschränkungen, Interdependenz und einer literarischen""""Berührung"""" zu sprechen. Mit diesem Zugriff gelingt es Miron, die ganz verschiedenen jüdischen literarischen Traditionen der Diaspora in den Blick zu nehmen und zugleich die in sich plurale israelische Literatur als eine Stimme in einem großen jüdischen Chor zu deuten. Allein der genaue Blick auf die Verschränkungen von Mehrsprachigkeit, Differenz und Pluralität, nicht aber die populäre oder wissenschaftliche Insinuation von Einheit und Einheitlichkeit macht es möglich, jüdischen Literaturen sowohl literarisch, als auch literaturwissenschaftlich und intellektuell gerecht zu werden. Dr. Dan Miron ist Leonard Kaye Professor of Hebrew and Comparative Literature am Department of Middle East and Asian Languages and Cultures der Columbia University in New York.[Flaptekst]: Mit dieser Übersetzung des 2005 auf Hebräisch publizierten Essays Harpaja lezorech negia ('Loslassen um zu berühren'), für die er die'Porträts' eigens neu geschrieben hat, erscheint erstmals eines der Werke Dan Mirons in deutscher Sprache.Dan Miron reflektiert hier das Thema des spezifischen, nicht aber zwangsläufig einheitlichen Charakters des Gesamtkomplexes jüdischer Literaturen. Statt das vielstimmige und heterogene Phänomen zu einer vermeintlich kohärenten Nationalliteratur zusammenzuführen, plädiert er dafür, von einer Pluralität der jüdischen Textkultur her zu denken. Statt von einer Tradition und einem Kanon auszugehen, legt Miron nahe, von Verschränkungen, Interdependenz und einer literarischen'Berührung' zu sprechen.Mit diesem Zugriff gelingt es Miron, die ganz verschiedenen jüdischen literarischen Traditionen der Diaspora in den Blick zu nehmen und zugleich die in sich plurale israelische Literatur als eine Stimme in einem großen jüdischen Chor zu deuten. Allein der genaue Blick auf die Verschränkungen von Mehrsprachigkeit, Differenz und Pluralität, nicht aber die populäre oder wissenschaftliche Insinuation von Einheit und Einheitlichkeit macht es möglich, jüdischen Literaturen sowohl literarisch, als auch literaturwissenschaftlich und intellektuell gerecht zu werden.